Bürgerinformationen


Mehr Sicherheit für die Einsatzkräfte

Am Gerätehaus in Sieseby startet ab dem Frühjahr für rund 435000 Euro / Alte Ölheizung wird durch ein Luft-Wärmepumpen-Modell ersetzt

Dirk Steinmetz
Sicherheit hat ihren Preis. Das haben auch die Thumbyer Gemeindevertreter erfahren müssen, die sich seit über drei Jahren mit der Sanierung und Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses in Sieseby befassen mussten. Nach anfänglich über 550 000 Euro Kosten für einen Anbau liegt die Kalkulation nun bei 435 000 Euro.
Anlass war die Begutachtung durch die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse (FUK), die bauliche und technische Defizite am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Sieseby zur gültigen Norm feststellte. So war die Halle zu schmal für das Einsatzfahrzeug, und auch getrennte Umkleiden für Herren und Damen fehlten bislang.
„Es ist ja nicht so, als wenn wir das alles so haben wollen“, macht Bauausschussvorsitzender Joachim Wendt deutlich, dass der Gemeinde die Hände gebunden sind. Sind die Vorgaben nicht erfüllt, steht der Versicherungsschutz der 27 aktiven Feuerwehrkameraden auf der Kippe, und das geht überhaupt nicht, macht er deutlich. Um die Kosten zu drücken, hatte der Bauausschuss lange mit Planer Dip. Ing. Uwe Tjarks und Ralf Leckband, Bauunternehmer aus der Gemeinde, nach Lösungen gesucht.
So konnte die Gemeinde Kosten dadurch senken, dass der Anbau ohne den Teilabriss der alten Fahrzeughalle auskommt. „Die Halle war gut und kann gut umgenutzt werden“, erläutert Wendt den aktuellen Entwurf. In der alten Halle wird eine große Umkleide für die Herren eingerichtet. Daran schließt sich ein neues Zwischengebäude an, in dem eine Damenumkleide, eine Werkstatt und eine neue Duscheinrichtung Platz finden. Daran schließt sich in einem Winkel die neue, größere Fahrzeughalle an. „Sie ist so groß dimensioniert und hoch, dass dort auch Platz für das vermutlich nächste notwendige Einsatzfahrzeug, ein LF 10, ist“, erklärt Wehrführer Jörg Albrecht.
Der neue Anbau ist so hoch wie der bestehende westliche. Auch optisch wird der Anbau an das Gebäude angepasst. „Das Haus liegt am Ortseingang, da können wir nicht eine einfache Halle hinstellen“, gibt Wendt zu bedenken. Daher werden die Fenster in gleicher Farbe gehalten, das Dach wird rot eingedeckt und das Mauerwerk mit rotem Klinker versehen, erläutert Leckband.
Besonders hohe Kosten verursacht die ebenfalls notwendige Neugestaltung des Außengeländes. So sieht die Vorgabe der Feuerwehrunfallkasse vor, dass die Stellplätze für die mit dem Auto zum Gerätehaus eilenden Feuerwehrkräfte gepflastert sein müssen. Hinzu kommt, dass der Parkverkehr und die Ausfahrt des Einsatzfahrzeuges nur über eine Einbahnstraßenregelung erfolgen darf, erklärt Ralf Leckband. Daher wird auch eine zusätzliche Zufahrt gebaut, das kostet viel Geld, erklärt der Bauausschussvorsitzende.
Darüber hinaus hat die Gemeinde Thumby beschlossen, die 25 Jahre alte Ölheizung durch eine Luft-Wärmepumpe-Heizung zu ersetzen. Da ist die Technik inzwischen sehr ausgereift und der Betrieb sparsamer als die herkömmliche alte Ölheizung, informiert Ralf Leckband. Die Aufträge für den Anbau sind inzwischen vergeben. Einzig die Ausschreibung für die Heizung steht noch aus.
Feuerwehr und Gemeinde sind froh über die Entscheidung. Sorgen bereitet dem Wehrführer allerdings die Zahl seiner Einsatzkräfte. „Mit 27 haben wir so viel, wie wir haben müssen“, erklärt Jörg Albrecht. Allerdings fehlen ihm junge Leute, um die in den kommenden Jahren in die Ehrenabteilung wechselnden Kameraden zu ersetzen. Es gibt kaum Zuzug im Ort und dazu noch viele Zweitwohnungsbesitzer, die nur unregelmäßig im Ort sind. Dabei kann die Feuerwehr moderne Technik und seit dem Vorjahr auch eine neue Alarm-App (BlaulichtSMS) einsetzen.
Um das teure Vorhaben den Bürgern vorzustellen, und zu erläutern, warum welche Investitionen zwingend erforderlich sind, hatte Bürgermeisterin Ulrike von Bargen eine Bürgerversammlung einberufen wollen. Corona-bedingt war das aber bislang nicht möglich. Ich hoffe aber, dass im Herbst, wenn das Gebäude nach rund einem halben Jahr Bauzeit in Betrieb geht, dies mit allen Bürgern gefeiert werden kann, gibt sich die Bürgermeisterin hoffnungsvoll.





Martinshorn, muss das denn immer sein?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wohnen an einer Hauptstraße. Es ist nachts um 3:00 Uhr, es fährt mit "Tatü-Tata", dem sogenannten Martinhorn, die Feuerwehr bei Ihnen vorbei. Sie werden wach, was denken Sie? "Hoffentlich kommen sie noch rechtzeitig?" oder "Na ja, nach § 38 StVO muss der Fahrer ja mit Blaulicht und Martinshorn fahren!" oder, was am wahrscheinlichsten ist, "Müssen die so einen Krach machen???"

Aber haben Sie auch schon einmal daran gedacht, daß diese Leute vor fünf Minuten auch noch im Bett gelegen haben, so wie Sie? Das diese Leute auch in der nächsten Zeit nicht mehr schlafen werden? Vielleicht auch um fünf Uhr wieder aufstehen müssen, so wie Sie? Und das natürlich völlig unentgeltlich!!!

Aber, vielleicht werden Sie ja gar nicht wach, weil unser Fahrer aus Rücksicht auf Sie, trotz Verstosses gegen §38 StVO, das Martinshorn ausgelassen hat! Oder Sie wohnen nicht an der Hauptstraße. Dann haben Sie Glück gehabt und brauchen sich nicht über die "Rambos" der Feuerwehr zu ärgern.


Rauchmelder retten leben

Eine Anschaffung die Sinn macht. Bereits für zum Teil unter 10,- Euro erhalten Sie einen batteriebetrieben Rauchmelder Achten Sie aber bitte auf ein Prüfsiegel für in Deutschland zugelassene Geräte. Mindestens ein Rauchmelder muss in jedem Geschoss Ihres Gebäudes installiert sein. Hinzu kommt ein Gerät je Schlafzimmer. Jeden Monat verunglücken rund 40 Menschen tödlich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Die Mehrheit stirbt an einer Rauchgasvergiftung, denn zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht. Weitere Informationen

Es kann jeden treffen!

Die meisten Brandopfer (70 %) verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden. Denn tagsüber kann ein Feuer meist schnell entdeckt und gelöscht werden. Nachts dagegen schläft auch der Geruchssinn, so dass die Opfer im Schlaf überrascht werden, ohne die gefährlichen Brandgase zu bemerken.